The Hong Kong Telegraph - Filmfestival von Venedig: Goldener Löwe geht an Regisseurin May el-Toukhy für "Woman Unknown"

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Filmfestival von Venedig: Goldener Löwe geht an Regisseurin May el-Toukhy für "Woman Unknown"
Filmfestival von Venedig: Goldener Löwe geht an Regisseurin May el-Toukhy für "Woman Unknown" / Foto: Stefano RELLANDINI - AFP

Filmfestival von Venedig: Goldener Löwe geht an Regisseurin May el-Toukhy für "Woman Unknown"

Der Film "Woman Unknown" der dänisch-ägyptischen Regisseurin May el-Toukhy ist beim Festival von Venedig mit dem Goldenen Löwen ausgezeichnet worden. Die Gaza-Dokumentation "Naza" mit dem Spezialpreis der Jury wurde bei der Gala im Lido am Samstagabend mit dem Spezialpreis der Jury geehrt. Drei weitere Preise des Festivals gingen an Filme, die vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) geförderte wurden.

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"Woman Unknown" war der einzige Beitrag, bei dem eine Frau alleine Regie geführt hatte. Als El-Toukhy am Samstagabend den Preis am Lido entgegennahm, bedankte sie sich bei Jury-Präsidentin Maggie Gyllenhaal dafür, dass sie "ihre Stimme erhoben und die mangelnde Chancengleichheit für Regisseurinnen in unserer Branche" thematisiert habe.

"Woman Unknown" erzählt die Geschichte einer Hausangestellten kurz nach dem Zweiten Weltkrieg in Dänemark. Die junge Frau steht vor einer Hochzeit mit dem reichen Witwer, für den sie arbeitet, doch ihre Affäre mit einem deutschen Soldaten während des Kriegs droht, ihre Pläne zunichte zu machen.

Die Hauptdarstellerin des Films, Mathilde Arcel, wurde als beste Schauspielerin ausgezeichnet. "In 'Woman Unknown' geht es um den weiblichen Körper als Schlachtfeld und als Thema von öffentlichem Interesse. Gleichzeitig erzählt der Film die Geschichte unsichtbarer, ignorierter und stimmloser Frauen", sagte el-Toukhy bei der Preisverleihung.

Jury-Präsidentin Gyllenhaal sagte, für Frauen sei es "viel schwieriger", eine Finanzierung für ihre Filme zu bekommen. Bei der Abschlusspressekonferenz wollte sie auf diesen Aspekt nicht noch einmal eingehen: "Ich bin es leid, wieder und wieder über dieses Thema zu sprechen", sagte sie. "Ich möchte einfach einen brillant gemachten Film feiern, der sich für mich wie ein Laserstrahl anfühlte."

"Woman Unknown" war anfangs der einzige Film einer Frau unter den zunächst 20 Wettbewerbsfilmen. Die nachträgliche Aufnahme der Gaza-Dokumentation "Naza" verbesserte das Geschlechterverhältnis nur geringfügig, die israelische Filmemacherin Rachel Szor führte bei dem Film gemeinsam mit ihrem Kollegen Yuval Abraham Regie. "Naza" hatte bei seiner Premiere in Venedig mit 25 Minuten andauernden stehenden Ovationen wohl einen Rekord aufgestellt und wurde auch von Kritikern hoch gelobt.

In der Dokumentation berichten israelische Militärvertreter und Geheimdienstler anonym, wie die israelische Armee im Gazastreifen palästinensische Zivilisten tötete. Abraham und Szor waren auch an dem Dokumentarfilm "No Other Land" über den Konflikt zwischen Palästinenser und Israelis im Westjordanland beteiligt, der 2025 mit dem Oscar als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet wurde.

Den Silbernen Löwen gewann der südkoreanische Regisseur Lee Chang Dong für seinen Film "Possible Love" über die Geschichte zweier Ehepaare aus unterschiedlichen sozialen Schichten.

Der Preis für die beste Regie ging an den in Russland geborenen Regisseur Ilja Chrschanowski für sein experimentelles Filmprojekt "DAU". Chrschanowski widmete seinen Preis den Menschen in der Ukraine, "die in diesem furchtbaren Krieg für ihre Freiheit, den Frieden und den Sieg kämpfen". Der Regisseur hatte seine russische Staatsangehörigkeit 2024 abgelegt.

Der vom Medienboard Berlin-Brandenburg (MBB) geförderte Film wurde von der Berliner Produktionsfirma Coproduction Office produziert. Eine weitere vom MBB geförderte Produktionen wurden ebenfalls ausgezeichnet: Laleh Marzban gewann den Orizzonti-Preis als Beste Darstellerin in "Falling House" des iranischen Regisseurs Mohsen Gharaei, der Streifen bekam zudem den Preis Airone della Laguna als bester Spielfilm. "Was für eine Ehre", erklärte MBB-Geschäftsführerin Sarah Duve-Schmid angesichts der drei Auszeichnungen. "Falling House" wurde von der deutschen Firma Basis Berlin produziert.

John Malkovich sicherte sich den Preis als bester Schauspieler. Der 72-Jährige spielt in der schwarzen Komödie "Wild Horse Nine" einen zynischen CIA-Agenten, der 1973 zusammen mit einem Kollegen nach Chile reist, kurz bevor sich dort das Militär an die Macht putscht.

Zu Beginn und zur Halbzeit der 83. Auflage des Festivals in Venedig waren der US-Schauspieler und Filmemacher George Clooney sowie die US-Schauspielerin Ellen Burstyn mit dem Goldenen Löwen für ihr Lebenswerk geehrt worden.

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