Hitzewelle in Deutschland: RKI schätzt mindestens 5100 hitzebedingte Todesfälle
Die Hitzewelle Ende Juni in Deutschland hat nach Berechnungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) tausende zusätzliche Todesfälle verursacht. Nach Schätzungen auf Grundlage eines Hitzemodells führten die extrem hohen Temperaturen zu mindestens etwa 5100 hitzebedingten Sterbefällen in Deutschland, wie das RKI am Donnerstag in Berlin mitteilte.
Die Auswirkungen der Extremhitze könnten sogar noch größer sein. Wie das Statistische Bundesamt zuvor berichtete, lagen die Sterbefälle in der Hitzewoche vom 22. bis 28. Juni hochgerechnet um 30 Prozent über dem mittleren Wert der Vorjahre. In dieser Woche starben in Deutschland demnach etwa 23.700 Menschen. Das waren laut Statistikbehörde etwa 6800 mehr als noch zwei Wochen zuvor. Übersterblichkeit bedeutet, dass in einem bestimmten Zeitraum mehr Menschen, als normalerweise zu erwarten wären.
Die Ende Juni gemessenen Temperaturen erreichten vielerorts um die 40 Grad Celsius, an einigen Orten wurden Hitzerekorde von über 41 Grad erreicht. Das gab es in Deutschland in dieser Stärke bisher nicht. Dem RKI zufolge waren die vergangenen Hitzeperioden sehr unterschiedlich ausgeprägt. 2018 und 2019 waren die Jahre mit den bislang höchsten hitzebedingten Sterbefallzahlen mit jeweils 8400 beziehungsweise 6900 Hitzetoten. In den Jahren 2022 bis 2025 gab es geschätzt jeweils rund 2600 bis 4900 Hitzetote.
Hitze führt sehr selten unmittelbar zum Tod, in den meisten Fällen ist es die Kombination aus hohen Temperaturen und bereits bestehenden Vorerkrankungen wie zum Beispiel Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Lungen- oder Nierenerkrankungen, die zum Tod führt. Daher wird Hitze auf dem Totenschein nicht als die Todesursache angegeben und taucht auch nicht in der Todesursachenstatistik auf. Das Ausmaß hitzebedingter Sterbefälle wird daher mit Hilfe von statistischen Methoden durch den Vergleich der Zahl von Sterbefällen in Sommerwochen mit und ohne Hitze berechnet.
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