EU-Regeln drücken Geschäftszahlen von Online-Händler Shein
Neue Regeln in der EU für auswärtige Online-Händler haben sich bereits auf die Geschäftszahlen des Fast-Fashion-Anbieters Shein ausgewirkt. Der Umsatz des asiatischen Unternehmens stieg im ersten Halbjahr um magere 1,0 Prozent auf 20,1 Milliarden Dollar (17,7 Milliarden Euro), wie Shein am Montag in seinem ersten Geschäftsbericht seit dem Börsengang mitteilte. Der Gewinn sackte demnach um 50,4 Prozent auf 538 Millionen Dollar ab.
In Europa ging der Umsatz von Shein im zweiten Quartal von April bis Juni um 13,9 Prozent im Vorjahresvergleich auf fast 3,8 Milliarden Dollar zurück. Dies "spiegelt einen Rückgang der Verkaufsmengen wider", erklärte Shein. Dies wiederum gehe darauf zurück, dass mit Blick auf das anstehende Ende der Zollbefreiung für kleine Sendungen in die EU "die Preise erhöht und die Ausgaben für Online-Werbung gekürzt" worden seien.
Im Juni zählte Shein in der Europäischen Union 128 Millionen Nutzer, was einem Rückgang von rund 28 Millionen verglichen mit Ende des vergangenen Jahres entspricht. Auch in den USA, einem weiteren Schlüsselmarkt, verzeichnete der Online-Händler im Zeitraum von April bis Juni einen Rückgang des Umsatzes um sechs Prozent, was ebenfalls Auswirkungen höherer Zölle widerspiegelt.
Hinzu kommt der harte Wettkampf mit Konkurrenten wie Temu und AliExpress. Im Rest der Welt stieg der Umsatz dennoch um 21,6 Prozent an. Dies gehe "vor allem auf eine Zunahme der Bestellungen und die Erweiterung des Kundenstamms insbesondere in Lateinamerika zurück", erklärte der Konzern. An der Börse in Hongkong sackte die Shein-Aktie zum Handelsstart am Dienstag um elf Prozent ab. Der Online-Modehändler war Anfang September mit mäßigem Erfolg an die Börse gegangen.
In diesem Jahr hatten zunächst die USA für Kleidersendungen die Befreiung von Einfuhrzöllen aufgehoben. In einem ähnlichen Schritt führte die EU einen Zoll von drei Euro pro Artikel für Sendungen aus Ländern außerhalb der EU mit einem Wert von weniger als 150 Euro ein, womit Brüssel die wachsende Paketflut eindämmen will. In Frankreich traten zudem neue Regeln für Wegwerfmode in Kraft, um "Ultra-Fast-Fashion"-Artikel deutlich zu verteuern.
"Wir rechnen damit, dass das Umfeld in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiterhin unsicher bleiben wird, angesichts der widrigen Umstände im Zusammenhang mit Zöllen und der Volatilität der Logistikkosten, die voraussichtlich anhalten werden", erklärte Shein-Chef Sky Xu. Dennoch sei das Unternehmen mit Blick auf den Rest des Jahres "vorsichtig optimistisch".
王-A.Wong--THT-士蔑報